top of page

Lohn oder Dividende? Wie du als GmbH- oder AG-Inhaber die richtige Mischung findest

  • Autorenbild: Alturo
    Alturo
  • 19. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Lohn oder Dividende? Kaum eine Frage beschäftigt Inhaberinnen und Inhaber einer GmbH oder AG so häufig. Schliesslich kann die richtige Mischung nicht nur die Steuerbelastung beeinflussen, sondern auch die Vorsorge und die finanzielle Absicherung im Alter.

Viele suchen nach der einen richtigen Antwort. Die gibt es nicht. Die beste Lösung ist meistens die richtige Mischung und genau die schauen wir uns hier in Ruhe an.


Warum die Frage Lohn oder Dividende überhaupt so wichtig ist

Als Inhaber deiner eigenen GmbH oder AG hast du deutlich mehr Spielraum als Inhaber einer Einzelfirma: Du kannst weitgehend selbst bestimmen, wie viel du dir als Lohn auszahlst und wie viel als Dividende.

Diese Entscheidung wirkt sich direkt auf drei Bereiche aus:

  • deine Sozialversicherungsabgaben

  • deine Vorsorge

  • die Steuerbelastung von dir und deiner Gesellschaft

Wer das einmal ungünstig aufsetzt, trägt die Folgen oft über Jahre mit, ohne es zu merken.


Nur Lohn: sicher, aber nicht gratis

Wenn du dir ausschliesslich Lohn auszahlst, fallen auf jedem Franken die entsprechenden Sozialabgaben an, also unter anderem AHV, IV, EO, ALV und je nach Situation Beiträge an die berufliche Vorsorge.

Das kostet heute mehr Geld. Gleichzeitig bedeutet ein höherer Lohn aber auch einen höheren versicherten Lohn. Das stärkt deine 1. und 2. Säule und verbessert deine Absicherung bei Alter, Invalidität und weiteren versicherten Risiken.

Sicherheit hat also durchaus ihren Preis, aber auch ihren Wert.


Nur Dividende: verlockend, aber nicht risikofrei

Eine Dividende klingt zunächst nach der cleveren Lösung: tiefere Sozialabgaben und oft mehr Netto in der eigenen Tasche.

Der Haken dabei: Die Steuerbehörde akzeptiert das nur, wenn dein Lohn weiterhin angemessen bleibt, also einem markt- und branchenüblichen Niveau für deine Tätigkeit entspricht.

Setzt du deinen Lohn künstlich zu tief an, um möglichst viel über die Dividende zu beziehen, kann dies zu Aufrechnungen und Nachforderungen führen. In der Praxis bedeutet das unangenehme Diskussionen und zusätzliche Kosten, die sich oft leicht vermeiden liessen.


Der Denkfehler, der oft übersehen wird

Viele gehen davon aus, dass mehr Dividende statt Lohn automatisch weniger Steuern bedeutet.

So einfach ist es allerdings nicht.

Lohn ist für die Firma als Aufwand abzugsfähig und reduziert damit den steuerbaren Gewinn der Gesellschaft. Dividenden werden hingegen aus dem bereits versteuerten Gewinn ausgeschüttet.

Wer den Lohn stark reduziert, senkt zwar die Sozialabgaben, erhöht aber gleichzeitig den steuerbaren Gewinn der Firma.

Die Rechnung geht deshalb nie nur in eine Richtung auf. Sie muss immer sowohl auf Ebene der Gesellschaft als auch auf persönlicher Ebene betrachtet werden.


Wo die beste Lösung meistens liegt

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Die beste Lösung liegt oft irgendwo dazwischen.

Ein marktüblicher Lohn, der dich sauber absichert und auch vor der Steuerbehörde standhält. Dazu eine Dividende, die den verbleibenden Gewinn sinnvoll ausschüttet.

Dabei geht es nicht darum, den Lohn möglichst tief anzusetzen oder die Dividende möglichst hoch. Ziel ist eine ausgewogene Lösung, welche Steuern, Sozialversicherungen und Vorsorge gleichermassen berücksichtigt.

Wie diese Mischung konkret aussehen sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Branche und Tätigkeit

  • Gewinnsituation der Gesellschaft

  • persönliche Vorsorgesituation

  • finanzielle Ziele und Zukunftspläne


Kein Thema, das man einmal löst und dann vergisst

Die passende Lohn-Dividende-Mischung ist keine einmalige Entscheidung.

Sie kann und sollte sich im Laufe der Zeit verändern. Beispielsweise dann, wenn sich der Gewinn der Firma entwickelt, sich deine Vorsorgesituation verändert oder steuerliche Rahmenbedingungen angepasst werden.

Wer das Thema einmal sauber aufgleist, muss es nicht jedes Jahr neu erfinden. Dennoch lohnt es sich, die Situation regelmässig zu überprüfen, statt Jahr für Jahr unbemerkt Potenzial liegen zu lassen.


Wie du das für dich klärst

Es gibt keine allgemeingültige Formel, die für jede GmbH oder AG gleich gut funktioniert. Die optimale Mischung hängt von deiner persönlichen Situation, deiner Firma und deinen Zielen ab.

Gerne schauen wir uns gemeinsam an, welche Lohn-Dividende-Mischung für deine Situation sinnvoll ist, mit Blick auf deine Zahlen, deine Vorsorge und deine langfristigen Ziele.

bottom of page